Melanie Bernstein, MdB

Die Zeitungslektüre im Berliner Büro hat mich heute sehr nachdenklich, aber auch wütend gemacht. Wütend vor allem, weil ich den Menschen in meinem Wahlkreis nicht erklären kann (und will), dass man zwar nach Mallorca in den Urlaub darf, der Campingplatz am Plöner See hingegen geschlossen bleiben muss.
Diese Absurdität zeigt ein grundsätzliches Problem: Ja, die Inzidenzen mögen auf Mallorca momentan niedrig sein. Aber wenn sich dort zu Ostern tausende Urlauber aus aller Welt tummeln, birgt das nicht die heftige Gefahr der Verbreitung neuer Mutationen? Und: der Campingplatzbetreiber in meinem Wahlkreis, der viel Geld in Hygienekonzepte investiert hat, der guckt in die Röhre?
Wir schließen vor Ostern Supermärkte, um sie nur am Samstag wieder aufzumachen? Wissen diejenigen, die das entschieden haben, wie es schon an „normalen“ Tagen vor einem Feiertag an der Fleischtheke aussieht? Sollten wir die Lebensmittelgeschäfte nicht viel eher an allen Tagen öffnen, um Massenansammlungen zu vermeiden?

Ich mache mir große Sorgen darüber, dass die Akzeptanz sinkt und die Stimmung kippt, weil solche Maßnahmen nicht mehr viel mit der Realität zu tun haben. Andererseits appelliere ich auch an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen. Muss ein Malle-Urlaub jetzt wirklich sein? Ist es nicht mehr als verantwortungslos, sich in ein volles Flugzeug zu quetschen, wenn die Infektionszahlen wieder steigen? Wäre es nicht besser, seinen Osterurlaub in Schleswig-Holstein zu verbringen, wie es unser Ministerpräsident

Daniel Günther

richtigerweise gefordert hat?

Ich habe das schon oft gesagt: der Weg aus der Krise liegt im Impfen. So viel, so schnell, so unbürokratisch wie irgend möglich. Und wir sehen ja schon die ersten Effekte, weil die Todeszahlen der Alten und Kranken sinken. Wenn wir noch solange mit dem Urlaub im Süden warten bis die Impfzahlen steigen, können wir hinterher sagen, wir sind mit Würde und ohne Egoismus durch die Krise gekommen.
Und danach plädiere ich für den Urlaub im „echten Norden“. Der Campingplatzbetreiber, der Landgasthof und der Ostseestrand bieten viel. Sie werden uns auch brauchen, wenn das alles vorbei ist!

Quelle: Facebook Melanie Bernstein, MdB

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