CDU fordert Bündnis für Gewaltschutz im Kreis Segeberg

In den letzten Monaten haben die politischen Gremien des Kreises Segeberg intensiv
über die Situation des Frauenhauses in Norderstedt beraten. Die Corona-Pandemie
hat zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt geführt. Dadurch ist die Zahl der
Zuflucht suchenden Frauen stark gestiegen. „Mit dem Positionspapier „Frauen Sicher
Wohnen“ wollen wir als CDU-Fraktion den nächsten Schritt gehen. Bereits mit
unserem Dringlichkeitsantrag, der im März vom Kreistag beschlossenen wurde,
haben wir Gelder für zusätzliche Plätze freigegeben. Nun wollen wir mit unseren
konkreten Ansätzen, der Grundursache für eine unfreiwillige lange Verweildauer der
Frauen in den Schutzwohnungen begegnen“, so führt die sozialpolitische Sprecherin
der CDU-Fraktion, Annette Glage, aus. Des Weiteren fügte Glage hinzu: „Für viele
Frauen ist es eine große Herausforderung, eine neue eigene Wohnung zu finden.
Neben dem sehr angespannten Wohnungsmarkt gibt es oft eine Vielzahl von
weiteren Schwierigkeiten, die eine Rückkehrer ins normale Leben verzögern. Darum
wollen wir mit einem Bündnis für Gewaltschutz im Kreis Segeberg die wichtigsten
Akteure an einen runden Tisch bringen.“ Ihre Fraktionskollegin und Mitglied im
Kuratorium des Norderstedter Frauenhauses, Doris Grote, ergänzt: „Wir brauchen
mehr Vernetzung und müssen verstärkt in Sozialräumen denken als in starren
Gebietsgrenzen. Darum wollen wir, dass der Kreis die Vertreter der
Wohnungsbaugesellschaften, Städte, Ämter und des Landes zusammenbringt. Mit
der Expertise des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sehen wir die Möglichkeit, dass
neue Projekte und Commitments entstehen, die es den Frauen ermöglichen,
schneller wieder eigenständig und sicher zu leben.“

Positionspapier

„Frauen – Sicher – Wohnen „Bündnis für Gewaltschutz im Kreis Segeberg“

Die CDU Fraktion setzt sich dafür ein, dass ein Bündnis für Gewaltschutz im Kreis Segeberg ins Leben gerufen, welches mittel- und langfristig an den nachfolgenden Aufgabenstellungen arbeiten. Dieses soll bestehen aus Vertretern von Ämter und Städte des Kreises Segeberg, des Kreistages, der Landesregierung, ansässigen Wohnungsbaugesellschaften und des
Projektes „Frauen_Wohnen“.

Ziele dieses Bündnisses sind:

Wohnraum vermitteln/schaffen für betroffene Frauen und damit Verkürzung der Aufenthaltsdauer im Frauenhaus. Dabei sollen folgende Fragen beleuchtet werden:

Wo stehen freie Wohnungen zur Verfügung?

Können neue Bauprojekte mit Trägern und ggf. in Verdingung durch      Fördermittel des Landes realisiert werden?

Was wird bereits vor Ort getan? Gibt es Präventionsprojekte? Wie können diese
gebündelt werden? Sind Städte, Gemeinden und Ämter bereit zu fördern?

Darüber hinaus ergreift der Kreis Segeberg folgende Maßnahmen:

Der Kreis Segeberg wird, bis zum Jahr 2023, in Zusammenarbeit mit den Städten und Ämtern sowie dem Land Schleswig-Holstein die Anzahl der Plätze erhöhen. Als Ziel setzen wir uns, pro 7.500 Einwohner, einen Frauenhausplatz dauerhaft bereitzustellen. Dabei soll der Aufbau bzw. die Verbesserung des Netzes von Schutzwohnungen im gesamten Kreisgebiet im Vordergrund stehen, um damit eine dezentrale Unterbringung von Frauen zu fokussieren.

Das Projekt „Frauen_Wohnen“ wird in die Kuratorien mit eingebunden und weiterentwickelt.

Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage der Landeserhebung (Zoom) und in
Zusammenarbeit mit den betreffenden Kreisen, den mittel- und langfristigen Bedarf in
der Metropolregion Hamburg zu ermitteln, damit weitere notwendige Schritte zum
Ausbau von Schutzwohnungen, zielgerichtet mit dem Land Schleswig-Holstein
erörtert werden können.

Die Auslastungsquote der Frauenhausplätze wird in den Kennzahlenbericht des
Kreises aufgenommen.

Begründung:
Die Erhebung, die durch die Landesregierung durchgeführt wurde, hat die Mehrbedarfe im
Land offengelegt. Gleichzeitig wurde in der von ZOOM erstellten Studie der Landesregierung
eine sehr gute Arbeit in diesem Bereich bescheinigt. Schleswig-Holstein ist Vorreiter im
Bereich der Bereitstellung und Finanzierung von Frauenhausplätzen und Beratungsstellen
für ganz Deutschland. Auch hat das Land bereits angekündigt, weitere 75 Plätze zu schaffen
bzw. zu verstetigen, um den Gesamtbedarf von rund 400 Plätzen zu decken. Diese
Maßnahmen werden mit diesem Konzept flankiert und damit neue Wege beschritten, um den
offensichtlich hohen Bedarf in der Metropolregion Hamburg gerecht zu werden. Da Gewalt
gegen Frauen keinen Kreisgrenzen kennt, wollen wir die Unterbringungsmöglichkeiten
dezentraler gestalten und in Sozialräumen denken. Konkret wollen wir die in unserer Region
dauerhaft vorhandene Plätze von 28 auf 38 erhöhen.

Des Weiteren wollen wir die überdurchschnittlich lange und unfreiwillige Verweildauer der
Frauen im Norderstedter Frauenhaus signifikant senken. Dies bedarf jedoch der Einbindung
verschiedener Akteure. So kann erreicht werden, dass mehr Frauen geschützt und bei
gleicher Platzanzahl wieder früher auf den eigenen Beinen stehen können.

 

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